OKINAWA KOBUDO

Kobudo bedeutet "Alte Kampfkunst" und entstand im 16. Jahrhundert auf Okinawa (Japan). Durch ein Gesetz in Okinawa, der südlichsten Insel Japans, das den Bauern und Handwerkern verbot Blankwaffen zu tragen, entstand das "kleine Budo" oder "alte Budo", um sich gegen Übergriffe der schwerttragenden Samurai zu schützen. Werkzeuge des täglichen Gebrauchs wurden durch kleine Modifizierungen zu wirkungsvollen Waffen. Die so entstandene Kampfkunst wurde unter strengster Geheimhaltung trainiert und weiterentwickelt. Oft wurde sie nur innerhalb der Familie weitergegeben. Der Schleier der Geheimhaltung wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts gelüftet. Da es im Okinawa-Kobudo keinen Freikampf oder sportlichen Wettbewerb wie in anderen asiatischen Kampfsportarten gibt, gilt es bis heute als traditionelle und unverfälschte Kampfkunst.

Wir trainieren in der Tradition des Okinawa-Kobudo in der Stilrichtung Matayoshi-Ryu (Zen Okinawa Kobudo Renmei). Cheftrainer in Deutschland ist Sensei Kazunari Hiura. Zusammen mit anderen Kobudoka werden jedes Jahr mindestens zwei Wochenendlehrgänge angeboten, bei denen Sensei Hiura - sowie als Gasttrainer Sensei Oshiro aus Paris - als Lehrgangsleiter fungieren. Bei diesen in der Regel in München (Frühling) und Düsseldorf (Herbst) stattfindenden Lehrgängen besteht auch die Möglichkeit Prüfungen abzulegen. Am Anfang üben wir mit dem Bo (Holzstock mit 180 cm Länge und 3 cm Durchmesser, der zum Tragen von Wassereimern oder als Hirtenstab verwendet wurde) und den Sai (paarweise verwendete Metallgabeln, aus Fischerwerkzeugen zur Waffe entwickelt, mit welcher Schwertangriffe blockiert werden können). Fortgeschrittene lernen den Umgang mit Tonfa (zwei Unterarm lange Holzstücke mit Griff, die ursprünglich zum Drehen von Handmühlsteinen benutzt wurden), Eiku (oder Oak, Paddel), Nuntibo (Fischerspeer), Kama (Sichel) und San Setsu Kon (drei geteilter Stock).

Wir unterrichten Matayoshi Kobudo in seiner ursprünglichen Weise: Durch festgelegte Grundformen, Partnerübungen und Kata (Formen) erlernen die Kobudoka mit der Handhabung der Waffen Körperbeherrschung und Konzentration. Kobudo kann eine sinnvolle Ergänzung zum Karate-Do sein oder als eigenständige Form der japanischen Kampfkünste geübt werden.

© Kobukan e.V. 2008